Das war Drama pur. Mit diesem 3:3 kurz vor Ende verpassen wir knapp die Relegation gegen den VfL Wolfsburg und Dieter Hecking. Für den sofortigen Aufstieg in Liga 1 hätte 96 Unterstützung aus Münster beim Spiel in Elversberg benötigt. Hinzu kam, dass Paderborn ebenfalls in Darmstadt führte. Das hat nicht funktioniert. So stehen wir aktuell mit leeren Händen da, sind fassungslos, tief enttäuscht und bleiben auf dem undankbaren vierten Tabellenplatz.
Was war in 90 Minuten passiert? Zu Beginn ist es ein sehr offenes, turbulentes Spiel mit vielen Chancen auf beiden Seiten, wobei 96 nach zehn Minuten das Spiel in den Griff bekommt und durch den schnellen Nürnberger Zoma plötzlich und überraschend das 0:1 kassiert. Einmal nicht aufgepasst, und dann das. Das Stadion feuerte die Mannschaft unentwegt an, und mit blitzsauberen Kombinationen gelingt in der 30. Minute der Ausgleich durch ein präzises Zusammenspiel zwischen Taibi und Oudenne, letzterer befördert den Ball gekonnt ins Tor. Der schnelle Ausgleich war geschafft, und wir konnten es gar nicht glauben: Ein Doppelpass zwischen Bundu und Taibi brachte die 2:1-Führung – welch Freude. Das Niedersachsenstadion bebte, sogar Europapokalgesänge wurden angestimmt.
Mit diesem Ergebnis ging es in die Pause.
Es waren keine fünf Minuten gespielt (51.), und es stand durch den pfeilschnellen Zoma 2:2. Jetzt ging es hin und her. Hannover suchte die schnelle Antwort, und Bundus Schuss konnte der Nürnberger Torwart parieren. Der Ball prallte aber gegen das Bein eines Nürnberger Spielers und landete im Tor.
Das war hoffentlich das Siegtor, dachten alle, und Chance über Chance wurde vertan. Es hätte gut und gerne 4:2, 5:2, ja 6:2 stehen können. Aber hätte, hätte, Fahrradkette.
Herr Kiewitz aus dem Heimbereich, Zum Kreisel 7, auf der Rolliebene S2 sitzend, der hinter mir saß, meinte: Tor ist Tor, egal wie! Und so feierten wir uns mit einem High-five-Handschlag gegenseitig ab und riefen „SUPER 96“. Die Relegation war wieder näher gerückt, und erste Gespräche folgten über die Ticketbeschaffung für das Spiel gegen Wolfsburg.
Die letzten zehn Minuten waren angebrochen. Das Spiel war völlig offen und wogte im Mittelfeld von der einen zur anderen Strafraumgrenze. Und dann kam das, was wir in dieser Saison schon öfter erlebt hatten: Nürnberg kam mit tollem Passspiel vor unser Tor. Es folgte eine Flanke in den rechten Strafraum, wo der Spieler, dem das Eigentor passiert war, zum 3:3 einköpft. Punkt. Erstarrt und enttäuscht verharrten wir auf unseren Sitzen, schauten uns sprachlos an, und jeder dachte seinen Teil. Keiner wollte etwas sagen, denn alles hatten wir schon mehrfach erlebt. Das war die Saison 2025/2026.
Auf der Rückfahrt nach Köthenwald sind wir aufgetaut und konnten schon wieder miteinander reden. Wir „wahren 96er“ sind grundsätzlich positiv gestimmt, ziehen unter diese Saison einen Schlussstrich und freuen uns auf die neue Saison 2026/2027. Wir greifen wieder an und wünschen 96 eine gute Personalpolitik.
Zum Schluss wäre noch die wunderbare Choreographie der Nordkurve hervorzuheben. Unter dem Motto „ALLES IN ROT“ war es ein tolles Bild, und auf den Fotos kann man es bewundern.
P.S.: Wir danken der Sicherheitsfachkraft (s. Foto) im Rollibereich S2 für ihre kompetente, freundliche und zielgerichtete Unterstützung bei der Betreuung unseres Rollifahrers. Ganz nebenbei präsentierte sie eine neue Halterung für Getränkebecher. Dieser kann an der Brüstung angebracht werden, und alle Rollifahrer haben dadurch ihre Hände frei. Tolle Idee, dickes Lob und ein großes Dankeschön an die Servicekräfte im Südbereich!!!
Ein Traum ist geplatzt, wir jedoch schaffen neue Träume
und hoffen auf eine gute, neue Saison.
Mit roten Grüßen
Volker Harmgardt
diewahren96er
18.05.2026
Bilder vom 17.05.2026





